Betreuungsstellen - Auslandsmaßnahmen

Individualpädagogische Projektstelle Kaszubska / Polen

Zielgruppe
Die Betreuungsstelle steht für 1 Kind oder einen Jugendlichen mit unterschiedlichen pädagogischen Bedarfen zur Verfügung.

Qualifikation Betreuungsstelle
Der Betreuer (Jahrgang 1967) ist ausgebildeter Theologe und ging langjährig einer seelsorgerischen Tätigkeit nach. Die Ehefrau des Betreuers (Jahrgang 1968) hat mehrere Hochschulabschlüsse. Sie ist Polnisch- und Russischlehrerin sowie Pädagogin mit dem Schwerpunkt geistig Behinderte. Sie arbeitete viele Jahre als Grundschul- und Gymnasiallehrerin für die Fächer Polnisch und Russisch. Schon früh zeigte sie Interesse an der Unterstützung vernachlässigter Kinder und Jugendlicher. Deswegen entschloss sie sich gemeinsam mit ihrem Mann an einem Projekt der Diakonie Herzogsägmühle teilzunehmen, um einen benachteiligten Jugendlichen aus Deutschland drei Jahre lang mit Erfolg betreuen. Danach war sie in einer Einrichtung für psychisch und körperlich behinderte Kinder tätig. 
Sie ist eine fröhliche, gut organisierte, geduldige, erfahrene und kreative Person, die gemeinsam mit ihrem Mann Kindern und Jugendlichen die Chance geben möchte, eine nachhaltige und stabile Lebensperspektive zu entwickeln.

Familienstruktur Betreuungsstelle
Die Familie besteht aus dem Betreuer und dessen Ehefrau. Zur Familie gehören auch drei Hunde und zwei Katzen.
Der Betreuer ist ein engagierter, geduldiger, emphatischer, humorvoller, strukturierter und konstruktiver Mensch. Er hat Hochschulabschlüsse in Deutscher Philologie, Geschichte und einen Doktortitel in Theologie. Als Lehrer für Geschichte und Allgemeinbildung war er mehrere Jahre an einem Gymnasium tätig. Da die deutsche Sprache eine lange Tradition in seiner Familie hat (sowohl seine Mutter als auch Vater haben deutschen Wurzeln) war er auch als Deutschlehrer tätig. Auf der Suche nach neuen Herausforderungen entschloss er sich in Jahren 1999-2017, als Pastor berufstätig zu sein. Hier war er insbesondere auch in Krisensituationen gefragt, wo er Kinder und Jugendliche und deren Familien unterstütze. In den Jahren 2003- 2006 betreute er erfolgreich gemeinsam mit seiner Frau einen auffälligen Jugendlichen aus Deutschland, mit dem bis heute Kontakt besteht. 
Er spricht fließend Deutsch, Englisch, Latein und Russisch.

Alleinstellungsmerkmale
Die Familie ist eine traditionelle, warmherzige, fröhliche, ein einfaches und bescheidenes Leben bevorzugende Familie, die trotz der alltäglichen Aufgaben und Pflichten immer Zeit findet, gemeinsamen Aktivitäten nachzugehen oder einfach miteinander sprechen. Dank ihrer langjährigen und vielseitigen Lebens- und Berufserfahrungen sind die Eheleute in der Lage, jungen Menschen eine neue, vorurteilsfreie Perspektive zu eröffnen, die eingebettet in einen klar strukturierten Alltag und sinnvolle, interessante Freizeitaktivitäten, gemeinsam mit dem jungen Menschen entwickelt wird.
Die weitläufige ländliche Lage der Betreuungsstelle bietet einen reizarmen, konsequenten und liebevollen Betreuungsrahmen, der insbesondere für junge Menschen geeignet ist, die in einer größeren räumlichen Distanz zu bisherigen Lebensstationen und Erfahrungen untergebracht werden sollen.

Ziele

  • Aufbau einer vertrauensvollen Beziehung zu den Betreuungspersonen
  • Konfliktfähigkeit und geeignete Bewältigungsstrategien erwerben
  • Aufbau von Selbstvertrauen
  • Verantwortungs- und Problembewusstsein und gegenseitige Rücksichtnahme erlernen
  • Willensstärke, Ausdauer und Kooperationsbereitschaft entwickeln
  • Eigeninitiative und Entscheidungskompetenz fördern
  • regelmäßige Beschulung sichern und berufliche Perspektiven entwickeln
  • Umgang mit Gruppen und Gleichaltrigen lernen
  • Ressourcen und Interessen entdecken und entfalten

Methoden
strukturiertes Alltagsleben mit regelmäßigen gesunden Mahlzeiten (mit Gemüse und Kräutern aus eigenem Anbau)
festes und überschaubares Regel- und Wertesystem: gerade ein einfaches, traditionelles Leben bietet die Möglichkeit, dass sich der junge Mensch besser in seinen körperlichen und psychischen Grundbedürfnissen wahrnehmen kann. Durch alltagspraktische Erfolgserlebnisse kann der junge Mensch Selbstwert aufbauen und realistische Ideen für seine Zukunft entwickeln.
Verrichtung gemeinsamer, dem Alter und der Entwicklung entsprechender Haus- und Gartenaufgaben
Vermitteln der Erfahrung, dass ein alltägliches, befriedigendes Leben von dem Menschen selbst und von seiner Einstellung zu Alltagsaufgaben abhängig ist: habe ich Lust auf Gemüse, dann muss ich es mir aus dem Garten holen; will ich es zu Hause warm haben, dann muss ich Holz stapeln.
Vermitteln der Einheit von Natur und Mensch: durch einfache, alltagsbezogene Aufgaben aber auch Freizeitangebote erleben, dass man der Natur nicht schaden, sondern ihre Güter schätzen sollte, weil dadurch Natur und Mensch gegenseitigen Vorteil erzielen
Entwicklung und Förderung sozialer, emotionaler, kognitiven und motorischen Kompetenzen, insbesondere durch die in der Betreuungsstelle lebenden Tiere: wenn ein Jugendlicher mit Unterstützung der Familie lernt, sich im Alltag einem Hund gegenüber richtig zu verhalten, dann ist dies ein wichtiger Schritt in Bezug auf ein positives Miteinander zwischen Mensch und Hund. Rücksicht, Respekt, Verantwortung und vieles andere kann gelernt und auf den zwischenmenschlichen Umgang übertragen werden.

Infrastruktur, räumliche Gegebenheiten, Freizeitmöglichkeiten
Die Betreuungsstelle befindet sich in einem Dorf ca. 120 westlich von Gdansk, am Nordostrand des Landschaftsschutzparks Stolpetal, in Hinterpommern. Neben naturnahen, abenteuerlichen Ausflüge, kann man auch verschiedene Museen, Galerien und Schlösser in der Region besichtigen.
Das Haus der Familie verfügt über 189 m² Wohnfläche. Das Haus besteht aus zwei Etagen und einer großen Terrasse, wo man die Aussicht genießen kann. Im Erdgeschoss befinden sich ein großes Wohnzimmer mit einer integrierten Küche und ein Gästezimmer mit einem Bad. Im ersten Stock sind zwei Kinderzimmer, ein Schlafzimmer, ein Bad.
Das Grundstück (5000 m²) ist umgeben von Wiesen und Wäldern. Eine Steintreppe führt direkt zur benachbarten Pferderanch.
Die Freizeit der Betreuungsfamilie ist immer voller Ideen. Bei schönem Wetter stehen Ausflüge in der attraktiven Gegend, Fahrradtouren im Wald, Schwimmen, Segeln oder Angeln auf dem Programm. Bei schlechtem Wetter kann man im Haus kreative Holzwerke basteln, Gesellschaftsspiele oder Gitarre spielen oder einfach mit den Hunden kuscheln. Direkt in der Nachbarschaft gibt es eine Pferderanch. Über den Kontakt mit den Pferden kann man erleben, wie man sich neben einem Pferd wahrnimmt, wie man sich körperlich ausdrückt, was man dabei denkt und fühlt.
Die Betreuerin widmet sich gern ihrem Garten. Die natürlichen Zutaten verwendet sie dann mit großer Experimentierfreude beim Kochen. Mit ihrem Mann segelt sie gern und entdeckt dabei neue, unbekannte Orte, die sie mit professionellen Fotos dokumentiert.
Der Ehemann der Betreuerin interessiert sich für Geschichte, Politik, Philosophie, Religion und Pädagogik. Er nimmt an verschiedenen Kursen teil, die ihm bei der Arbeit mit Jugendlichen helfen, um den Zugang zu ihnen verbessern und neue Erziehungsmethoden zu entwickeln.
Er widmet sich auch gern sportlichen Aktivitäten (Schwimmen, Joggen, Fahrradfahren, Segeln) und spielt Gitarre.

Grundsätzliches

  • der alters- und entwicklungsgemäße Einbezug von Kindern und Jugendlichen am Hilfeprozess
  • die Kooperation mit Sorgeberechtigten, Herkunftsfamilie und weiteren wichtigen Bezugspersonen, sowie mit dem zuständigen Jugendamt
  • ein kontinuierliches und transparentes Beschwerdemanagement und die Umsetzung der Richtlinien zur Sicherstellung des Kindeswohls

sind handlungsleitend für die Arbeit mit den uns anvertrauten Kindern und Jugendlichen und werden entsprechend der Leistungsbeschreibung von Quo Vadis in der Betreuungsstelle umgesetzt. Die Leistungsbeschreibung kann im Internet abgerufen werden oder wird auf Anfrage zugesandt.

Stand April 2018