Betreuungsstellen - Sonderprojekte

Individualpädagogische Reiseprojekte

Kurzprofil Individualpädagogische Reiseprojekte

Reiseprojekte als Individualpädagogische Maßnahmen im Inland und Ausland bieten sich als Klärungsprozess an.
Ein Reiseprojekt „macht den Kopf frei“ um:

  • Abstand zu gewinnen, z.B. von einem negativ behafteten Lebensumfeld
  • Sich und seine Umwelt neu zu erleben. Eigene Grenzen erfahren und neue Perspektiven zu entwickeln
  • Loszulassen und um elementare Erfahrungen zu machen
  • Sich auf den Weg zu begeben und ein Ziel zu erreichen

Der Klient und sein Betreuer sind unterwegs und in Bewegung und verlassen den bisherigen Alltag mit all seinen Problemen.
Das Sein in der Natur und die enge Begleitung durch die Fachkräfte, ermöglicht eine intensive und konstruktive Auseinandersetzung mit sich selbst!
Diese Auszeit bietet die Grundlage der Reflexion des bisherigen Handelns. Der Tag ist geprägt durch gemeinsame Entscheidungen, klaren Absprachen und das daraus resultierende Handeln. Die Reise wird überwiegend zu Fuß oder mit dem Rad durchgeführt.
Das „Neue“ erleben und annehmen, bildet die Grundlage eigenen Nachdenkens und die daraus resultierenden Perspektiven.
Das Reise-Projekt ist besonders geeignet für junge Menschen mit geringer Leistungsmotivation und erheblichen Defizite im Sozialverhalten, um sich selbst zu reflektieren und anschließend wieder mit neuer Motivation in die Zukunft zu blicken. Bestenfalls mit einer Idee für ein „anderes“ Leben! Ressourcen werden wiederentdeckt und frei gelegt.

Die Analyse der Ausgangslage

Der Jugendliche (Klient) befindet sich in einem prekär gefährdenden Umfeld. Da er nicht in der Lage ist sich selbst zu helfen, wird er für eine begrenzte Zeit aus dieser ihn negativ beeinflussenden Situation herausgeholt. Er benötigt professionelle Hilfe und muss sich von seinem Umfeld distanzieren. Aufgrund dieser Fakten, soll dem Jugendlichen intensive sozialpädagogische Einzelbetreuung gewährt werden. Durch eine begrenzte Auszeit wird dem Jugendlichen die Möglichkeit einer Neuorientierung gegeben. Er hat Zeit über seine Lebenslage zu reflektieren, ohne negativen Einflüssen ausgesetzt zu sein. Geplant ist eine Wanderung oder Radtour, je nach Bedürfnissen.
Die Exkursion wird nur dann angetreten, wenn der Jugendliche motiviert ist, sich auf den Weg zu begeben!
Diese Wanderung wird voraussichtlich 8 Wochen in Anspruch nehmen, andere Zeiten sind durchaus planbar, falls benötigt. Die individuelle Route wird zusammen mit dem Jugendlichen und dem Betreuer erarbeitet. Hierbei wird flexibel auf die verschiedenen Bedürfnisse eingegangen. Es wird gemeinsam ein Ist-Zustand beschrieben und mögliche Ziele/Veränderungen vereinbart.
Begleitet wird der Prozess durch den zuständigen Koordinator.

Strategische Ziele (Regelset)

Durch dieses Reiseprojekt werden persönliche und soziale Kompetenzen intensiv gefördert. Es wird meist fernab von negativen zivilisatorischen Einflüssen gewandert. Im Zuge des Wander-Prozesses werden schrittweise die negativen Einflüsse denen der Jugendliche ausgesetzt war, abgebaut. Die körperliche Anstrengung der Wanderung kann positive Potentiale des Jugendlichen in kontrollierte Bahnen lenken.
Der Jugendliche geht an seine körperlichen Grenzen. Er steht in einer Wechselbeziehung zu sich selbst und der Natur, fernab von negativen Einflüssen der Großstadt. In der freien Natur begegnet ihm das einfache Leben. Fremde Orte und neue Herausforderungen geben dem Jugendlichen Zeit und Raum zum Nachdenken. Die Wanderung soll dem Jugendlichen zum Milieuwechsel im normalen Leben vorbereiten. Der Jugendliche und der Betreuer bauen bestenfalls eine positive, vertrauensbildende Beziehung auf.
Des Weiteren wird durch intensive Unterstützung seine Selbstsicherheit und sein Vertrauen in die eigene Leistungsfähigkeit gefördert und gestärkt sowie Defizite aufgearbeitet.
Der Jugendliche lernt auf dieser Reise zu planen, zu Handeln und Rücksicht auf sein Umfeld zu nehmen. In der Stille der Natur hat der Jugendliche die Möglichkeit seine Gedanken zu sammeln und sich u. a. zu Fragen:

Wo komme ich her und wo führt mein Weg hin? – Quo Vadis

Das Reiseprojekt sollte bestenfalls in einer stationären Einrichtung münden, wenn gewünscht in eine Betreuungsstelle vom Träger. Die gemachten positiven Erfahrungen können so zeitnah gefestigt und angestoßene Entwicklungen weiter vertieft werden.

Grundsätzliches

  • der alters- und entwicklungsgemäße Einbezug von Kindern und Jugendlichen am Hilfeprozess
  • die Kooperation mit Sorgeberechtigten, Herkunftsfamilie und weiteren wichtigen Bezugspersonen, sowie mit dem zuständigen Jugendamt
  • ein kontinuierliches und transparentes Beschwerdemanagement und die Umsetzung der Richtlinien zur Sicherstellung des Kindeswohls

sind handlungsleitend für die Arbeit mit den uns anvertrauten Kindern und Jugendlichen und werden entsprechend der Leistungsbeschreibung von Quo Vadis in der Betreuungsstelle umgesetzt. Die Leistungsbeschreibung kann im Internet abgerufen werden oder wird auf Anfrage zugesandt.

Stand April 2018