Betreuungsstellen - Auslandsmaßnahmen

Individualpädagogische Projektstelle Globino / Polen

Zielgruppe
Die Betreuungsstelle steht für 1 Kind oder einen Jugendlichen mit unterschiedlichen pädagogischen Bedarfen zur Verfügung.

Qualifikation Betreuungsstelle
Die Betreuerin (Jahrgang 1988) hat einen Hochabschluss als Pädagogin mit Schwerpunkt Erziehungs- und Betreuungspädagogik. Sowohl während ihres Studiums als auch nach dem erworbenen Abschluss war sie in verschiedenen Einrichtungen für Jugendliche berufstätig, wo auf künstlerische sowie technische Fähigkeiten von jungen Menschen und gleichzeitig auf ihre beruflichen Möglichkeiten ein besonderer Wert gelegt wurde. Sie schloss ebenso eine Ausbildung zum Biofeedbacktherapeuten ab und absolvierte die Musikschule mit Fachrichtung Klavier und Schlagzeug.
Schon früh zeigte sie Interesse an der Unterstützung vernachlässigter Kinder und Jugendlichen. Sie ist in der Lage, jungen Menschen ohne Orientierung dabei zu helfen, ihr Potenzial abzuschöpfen. Auch wenn keiner ihnen bisher einen Weg zeigte und ihnen eine Chance gab, z.B. die Schule nachzuholen.
Nachdem sie gemeinsam mit ihrem Mann einige Monate eine Betreuungsstelle mit einem Jugendlichen aus Deutschland unterstützte, entschlossen sie sich selbst einen benachteiligten Jugendlichen zu betreuen.
Die Betreuerin ist eine offene, ordentliche, gut organisierte, starke, mutige, ehrgeizige, kreative, naturliebende Person, die gemeinsam mit ihrem Mann Kindern und Jugendlichen die Chance geben möchte, eine nachhaltige und stabile Lebensperspektive zu entwickeln.
Sie hat Grundkenntnisse in Deutsch und spricht gut Englisch.

Familienstruktur Betreuungsstelle
Die Familie besteht aus der Betreuerin und ihrem Ehemann (Jahrgang 1987). Zur Familie gehören auch zwei Hunde.
Der Ehemann der Betreuerin ist ein engagierter, geduldiger, emphatischer, bescheidener, strukturierter und konstruktiver Mensch. Er absolvierte eine Agrotechnische Fachschule und ist auch Tischler von Beruf. Er spielt professionell Gitarre und Schlagzeug.
Auf der Suche nach neuen Herausforderungen entschloss er sich Musik- Workshop für Jugendliche zu veranstalten, wo er u. a. Gitarre und Gesangunterricht erteilt. Er organisiert auch Zusammentreffen für junge Menschen, die an der Holzarbeit interessiert sind, wo man gemeinsam neue Möbel entwirft und baut.
Der Ehemann der Betreuerin lernt gerade Deutsch und spricht gut Englisch.

Alleinstellungsmerkmale
Die Familie ist eine traditionelle, warmherzige, fröhliche, ein einfaches und bescheidenes Leben bevorzugende Familie, die trotz der alltäglichen Aufgaben und Pflichten immer Zeit findet, gemeinsamen Aktivitäten nachzugehen oder einfach miteinander sprechen.
Durch ein systematisches Alltagsleben mit regelmäßigen Mahlzeiten (mit Gemüse aus eigenem Garten), festen Regeln, dem Alter entsprechenden Haushalts- bzw. Gartenaufgaben, erfahren die Kinder und Jugendlichen einen stabilen verlässlichen Rahmen. Durch Freizeitaktivitäten, die Bedürfnisse und Leistungsfähigkeit berücksichtigen, werden Erfolgserlebnisse geschaffen, die motivierend und Selbstwert fördernd sind.
Die Betreuten erfahren, dass ein befriedigendes Leben von ihnen selbst und von ihrer Einstellung zu Alltagsaufgaben abhängig ist: habe ich Lust auf Gemüse, dann muss ich es mir aus dem Garten holen. Will ich es zu Hause warm haben, dann muss ich Holz besorgen.
Ist der Betreute fest im Alltagsleben und im sozialen Umfeld verankert, ist es Zeit, Zukunftspläne und Perspektiven für die Rückkehr nach Deutschland zu erschließen.
Die weitläufige ländliche Lage der Betreuungsstelle bietet einen reizarmen, konsequenten und liebevollen Betreuungsrahmen, der insbesondere für junge Menschen geeignet ist, die in einer größeren räumlichen Distanz zu bisherigen Lebensstationen und Erfahrungen untergebracht werden sollen.

Ziele

  • Aufbau einer vertrauensvollen Beziehung zu den Betreuungspersonen
  • Konfliktfähigkeit und geeignete Bewältigungsstrategien erwerben
  • Aufbau von Selbstvertrauen
  • Verantwortungs- und Problembewusstsein und gegenseitige Rücksichtnahme erlernen
  • Willensstärke, Ausdauer und Kooperationsbereitschaft entwickeln
  • Eigeninitiative und Entscheidungskompetenz fördern
  • Regelmäßige Beschulung sichern und berufliche Perspektiven entwickeln
  • Umgang mit Gruppen und Gleichaltrigen lernen
  • Ressourcen und Interessen entdecken und entfalten

Methoden

  • strukturiertes Alltagsleben mit regelmäßigen gesunden Mahlzeiten mit Gemüse und Kräutern aus eigenem Anbau
  • festes und überschaubares Regel- und Wertesystem: gerade ein einfaches, traditionelles Leben bietet die Möglichkeit, dass sich der junge Mensch besser in seinen körperlichen und psychischen Grundbedürfnissen wahrnehmen kann. Durch alltagspraktische Erfolgserlebnisse kann der junge Mensch Selbstwert aufbauen und realistische Ideen für seine Zukunft entwickeln.
  • Verrichtung gemeinsamer, dem Alter und der Entwicklung entsprechender Haus- und Gartenaufgaben
  • Vermitteln der Erfahrung, dass ein alltägliches, befriedigendes Leben von dem Menschen selbst und von seiner Einstellung zu Alltagsaufgaben abhängig ist: habe ich Lust auf Gemüse, dann muss ich es mir aus dem Garten holen; will ich es zu Hause warm haben, dann muss ich Holz besorgen.
  • Vermitteln der Einheit von Natur und Mensch: durch einfache, alltagsbezogene Aufgaben, aber auch durch Freizeitangebote erleben, dass man der Natur nicht schaden, sondern ihre Güter schätzen sollte, weil dadurch Natur und Mensch gegenseitigen Vorteil erzielen
  • Entwicklung und Förderung sozialer, emotionaler, kognitiven und motorischen Kompetenzen, insbesondere durch die in der Betreuungsstelle lebenden Tiere: wenn ein Jugendlicher mit Unterstützung der Familie lernt, sich im Alltag einem Hund gegenüber richtig zu verhalten, dann ist dies ein wichtiger Schritt in Bezug auf ein positives Miteinander zwischen Mensch und Hund. Rücksicht, Respekt, Verantwortung und vieles andere kann gelernt und auf den zwischenmenschlichen Umgang übertragen werden
  • Unterstützung der Jugendlichen mit Tiergestützte Therapie, Neurodidaktik, Kunsttherapie, Tomatis-Therapie etc.

Infrastruktur, räumliche Gegebenheiten, Freizeitmöglichkeiten
Die Betreuungsstelle befindet sich in einem Dorf ca. 120 westlich von Gdansk, am Nordostrand des Landschaftsschutzparks Stolpetal, in Hinterpommern. Neben naturnahen, abenteuerlichen Ausflüge, kann man auch verschiedene Museen, Galerien und Schlösser in der Region besichtigen.
Das Haus der Familie verfügt über 140 m² Wohnfläche. Das Haus besteht aus zwei Etagen. Im Erdgeschoss befinden sich ein Wohnzimmer mit einer integrierten Küche, Büro und ein Bad. Im ersten Stock ist ein Kinderzimmer, ein Schlafzimmer, ein Bad und ein kleines Atelier.
Das Grundstück (1152 m²) ist umgeben von Wiesen und Wäldern.
Die Freizeit der Betreuungsfamilie ist immer voller Ideen. Bei schönem Wetter stehen Ausflüge in der attraktiven Gegend, Fahrradtouren im Wald, Schwimmen oder Angeln auf dem Programm. Bei schlechtem Wetter kann man im Haus kreative Holzwerke basteln, Bilder malen oder Gitarre und Klavier spielen bzw. mit den Hunden kuscheln, die zur tiergestützten Therapie vorbereitet wurden. Über den Kontakt mit den Hunden kann man erleben, wie man sich neben einem Hund wahrnimmt, wie man sich körperlich ausdrückt, was man dabei denkt und fühlt.
Die Betreuerin widmet sich gern ihrem Garten. Die natürlichen Zutaten verwendet sie dann mit großer Experimentierfreude beim Kochen. Sie malt auch Bilder. Mit ihrem Mann engagiert sie sich für zahlreiche soziale und kulturelle Projekte, wo musikalisch, künstlerisch talentierte Jugendliche unterstützt werden.
Der Ehemann der Betreuerin interessiert sich neben der Handwerksarbeit, für Kunst, Natur, Geschichte und Pädagogik. Er möchte an verschiedenen Kursen teilnehmen, die ihm bei der Arbeit mit Jugendlichen helfen, um den Zugang zu ihnen verbessern und neue Erziehungsmethoden zu entwickeln.
Er treibt auch gern Sport (Schwimmen, Joggen, Fahrradfahren,) und spielt Gitarre, Schlagzeug.

Grundsätzliches

  • der alters- und entwicklungsgemäße Einbezug von Kindern und Jugendlichen am Hilfeprozess
  • die Kooperation mit Sorgeberechtigten, Herkunftsfamilie und weiteren wichtigen Bezugspersonen sowie mit dem zuständigen Jugendamt
  • ein kontinuierliches und transparentes Beschwerdemanagement und
  • die Umsetzung der Richtlinien zur Sicherstellung des Kindeswohls

sind handlungsleitend für die Arbeit mit den uns anvertrauten Kindern und Jugendlichen und werden entsprechend der Leistungsbeschreibung von Quo Vadis in der Betreuungsstelle umgesetzt. Die Leistungsbeschreibung kann im Internet abgerufen werden und wird auf Anfrage zugesandt.

Stand November 2019