Betreuungsstellen - Auslandsmaßnahmen

Individualpädagogische Projektstelle Grabowo-Koscierskie/Polen

Zielgruppe
Die Betreuungsstelle hat einen Platz für verhaltensauffällige, traumatisierte und bindungsgestörte Kinder und Jugendliche.

Qualifikation Betreuungsstelle
Die Betreuerin (Jahrgang 1967) und Mutter von 3 erwachsenen Kindern verfügt über Qualifikationen im sonder- und individualpädagogischen Bereich und besitzt die in Polen nötige Zulassung für Betreuungen im eigenen Haushalt. Sie hat bereits 3 Jugendliche aus Deutschland betreut. Die Betreuerin ist eine selbstverantwortlich organisierte, ehrgeizige, fröhliche und kreative Person. Mit der Gestaltung ihres Alltags und dem Rahmen der umgebenden Natur kann sie über das Medium des geteilten Erlebens viele nachhaltige Wirkungszusammenhänge und Lernebenen schaffen.

Familienstruktur Betreuungsstelle
Der Ehemann der Betreuerin (ebenfalls Jahrgang 1967 und Deutsch sprechend) kommt aus einer großen Familie, wo besonderer Wert auf Erziehung und ein bescheidenes, ländliches und traditionell geprägtes Familienleben gelegt wurde. Er absolvierte eine Ausbildung zum Automechaniker. In der eigenen Autowerkstatt besteht die Möglichkeit von Praktika für Jugendliche. Der Mann der Betreuerin ist ein disziplinierter, fleißiger und ausgeglichener Mensch und kann einem jungen Menschen viele alltagspraktische Kompetenzen vermitteln. Er schloss einen Kurs für die Betreuung von Jugendlichen ab.

Alleinstellungsmerkmale
Kennzeichnend für die Betreuungsfamilie sind ein respektvolles Miteinander, eine einladende, vertrauensvolle, warmherzige Atmosphäre und klare Abläufe und Aufgaben.
Der Familie ist bei der Arbeit mit Jugendlichen die Einbeziehung von Natur, Tieren und sportlichen Aktivitäten wichtig. Naturerfahrungen können dabei einem grundlegenden Wunsch eines jungen Menschen nach Vertrautheit und gleichzeitig nach Neuem und Unbekanntem entsprechen. Neben der Natur und ihrer stabilisierenden, entspannenden und beruhigenden Wirkung für Körper und Geist spielen auch sportliche Aktivitäten und die Einbindung von Hunden in die Arbeit mit dem Jugendlichen eine große Rolle für die Familie.

Ziele

  • Aufbau einer vertrauenswürdigen Beziehung zu den Betreuungspersonen
  • Konflikte aufarbeiten und bewältigen
  • Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl stärken
  • Verantwortung und Rücksichtnahme vermitteln
  • Willensstärke, Ausdauer, Kooperationsfähigkeit fördern
  • eigene Aktivität, Initiative und Entscheidungskompetenz fördern
  • Schulunterricht sichern und berufliche Perspektiven ausarbeiten
  • Umgang mit Gruppen und Gleichaltrigen lernen
  • Alltagskompetenzen und Tagesstrukturen implementieren (häusliche Arbeiten, geregelte Tagesabläufe, Freizeitplanung, Geldeinteilung usw.)
  • soziale Regeln kennen und anwenden können
  • Ausgewogene Ernährung lernen und Förderung von Körperbewusstsein und Körperpflege

Methoden
Der junge Mensch wird ohne Vorurteile als Teil der Familie angenommen und akzeptiert. Die Erwachsenen bieten eine offene und Vertrauen schaffende Kommunikation und authentische Emotionalität. Durch sensiblen Umgang mit Gewähren-Lassen im Sinne von „Erfahrungen sammeln“ und eigenen Gestaltungsfreiräumen und Konsequenz im Sinne von „Grenzziehung“ wird das Kind / der Jugendliche zum Aufbau von Selbstkompetenz motiviert. Der strukturierte Tagesablauf wird gemeinsam und den Bedürfnissen Aller entsprechend abgestimmt und geregelt.
Der Kontaktaufbau wird durch zwei Hunde der Betreuungsstelle unterstützt. Eine der Besonderheiten bei dem Umgang mit Tieren ist die Entspannung, die beim Zusammensein mit einem nicht wertenden Tier möglich wird. Auf einfache und natürliche Art können die Betreuten in der Interaktion mit Tieren erfahren, dass sie über Kompetenzen und Grenzen verfügen. So kann das Leben mit Tieren - das Sich-Kümmern, Füttern, Pflegen und Streicheln - dazu beitragen, ein realistisches Bild von den eigenen Möglichkeiten zu erhalten.
Die Stelle vermittelt die Ausgewogenheit von strukturierten Alltagserfordernissen und -abläufen einerseits und entspannenden oder erlebnisreichen Freizeitfacetten andererseits.
Die Jugendlichen bearbeiten regelmäßig die Schulmaterialen aus einer deutschen Fernschule und werden von Nachhilfelehrern unterstützt. Vor Ort können Betriebspraktika organisiert werden, um die Berufsfindung zu unterstützen.
Infrastruktur, räumliche Gegebenheiten, Freizeitmöglichkeiten
Die Betreuungsstelle befindet sich in dem kleinen Ort Grabowo –Koscierskie, in der Kaschubei, ca. 50 km von Gdansk entfernt. Die Umgebung ist naturnah und reizarm. Zwei Schwestern der Betreuerin leben in benachbarten Häusern.
Die Familie besitzt ein großes Grundstück (ca. 2000 qm) mit einem großen Gemüse- und Obstgarten. Das Haus hat 180 qm Wohnfläche. Im Erdgeschoss sind Wohnzimmer, Küche, Bad und in der ersten Etage vier Zimmer sowie ein zweites Badezimmer, im Souterrain befindet sich zudem ein Fitnessraum. In der unmittelbaren Umgebung gibt es einen Fußballplatz und ein sehr naturnahes Umfeld mit Wäldern, Seen und Wiesen, die zu Ausflügen und Aktivitäten einladen.
Die Betreuerin geht gern kleinen handwerklichen Beschäftigungen innerhalb des Hauses oder auf dem Hof nach und widmet sich gern der Gartenarbeit. Ihr Mann gehört zu einem Sportverein und spielt seit mehreren Jahren Fuß- und Volleyball und trainiert dies bei Bedarf und Interesse mit den hier lebenden Jugendlichen. Auch der Fitnessraum des Hauses steht zur Verfügung.

Grundsätzliches

  • der alters- und entwicklungsgemäße Einbezug von Kindern und Jugendlichen am Hilfeprozess
  • die Kooperation mit Sorgeberechtigten, Herkunftsfamilie und weiteren wichtigen Bezugspersonen, sowie mit dem zuständigen Jugendamt
  • ein kontinuierliches und transparentes Beschwerdemanagement und die Umsetzung der Richtlinien zur Sicherstellung des Kindeswohls

sind handlungsleitend für die Arbeit mit den uns anvertrauten Kindern und Jugendlichen und werden entsprechend der Leistungsbeschreibung von Quo Vadis in der Betreuungsstelle umgesetzt. Die Leistungsbeschreibung kann im Internet abgerufen werden oder wird auf Anfrage zugesandt.

Stand April 2018