Betreuungsstellen - Inlandsmaßnahmen



Individualpädagogische Betreuungsstelle Gernrode

Zielgruppe

Die Projektstelle in Gernrode nimmt 2 männliche Jugendliche zwischen 14 bis 18 Jahren auf. Hierbei handelt es sich um junge Menschen die mit dem Gesetz in Konflikt geraten sind, Schulverweigerer, Jugendliche mit erhöhtem Aggressionspotential, Autoritätsproblemen, Grenzproblemen im zwischenmenschlichen Bereich und psychisch instabile Jugendliche. Das notwendige Fachnetzwerk (Ärzte, Therapeuten, Fachkliniken) ist regional vorhanden, wird angemessen gepflegt und bedarfsgerecht erweitert. Eine Betreuung über das 18. Lebensjahr hinaus ist grundsätzlich möglich. Somit kommen Hilfen gem. §§ 34, 35a und 41 SGB VIII in Betracht.
Denkbar sind auch zeitlich begrenzte Aufnahmen für Clearingsituationen.
Ausschlusskriterien: Jugendliche mit geistiger Behinderung und sexuell auffälligem Verhalten.

Qualifikation Betreuungsstelle

In der Einrichtung lebt als ständig präsente Hauptbezugsperson eine Sozialpädagogin, die über langjährige Jugendamtserfahrung und mehrjährige Erfahrungen in der Individualpädagogik verfügt. Bei Bedarf wird die Stelle durch Fachkräfte unterstützt.

Familienstruktur Betreuungsstelle

Die Betreuerin lebt hier mit den zu betreuenden Jugendlichen und ihrem Partner.

Alleinstellungsmerkmale

Der Bahnhof Gernrode im Harz steht mit seinen verschiedenen Weichenstellungen und Gleisanlagen für „Bei-sich-ankommen“, „Verweilen“ und „Neuausrichtung“, als Timeout oder als eine langfristige Unterbringung. Die umfassende Berufserfahrung im Jugendhilfebereich ermöglicht der Betreuerin die Aufnahme von Jugendlichen mit komplexen und intensiven Herausforderungen.

Pädagogische Arbeit

Das hier eher unkonventionelle bunte Leben mit Tieren in einem alten historischen Bahnhof soll dem jungen Menschen helfen, bei sich selbst anzukommen, neuen Mut zu schöpfen, sich selber aus einem anderen Blickwinkel heraus betrachten und die eigene Problemlage neu bewerten lernen.
Klare einfache Tagesabläufe und Regeln, deutliche haltgebende innerhäusliche Strukturen, schulische/berufliche Verpflichtungen und die Freizeitgestaltung werden mit dem Jugendlichen zusammen erarbeitet.
Partizipation ist nicht nur ein Schlagwort, sondern Begegnung auf Augenhöhe. Dabei geht es immer um Freiwilligkeit, Mitbestimmung und Mitgestaltung, sowie das Einüben von Selbstreflexion und selbstverantwortlichem Handeln.
Durch das große Raumangebot ist sowohl Distanz aber auch Nähe zur Betreuerin möglich.
Schwerpunkte im Tagesablauf sind: Einhaltung und Erlernen der gesellschaftlich vorgegebenen Verpflichtungen, wie regelmäßiger Schul-, Ausbildungs- und Praktikumsbesuch, Organisation und Begleitung bei speziellen Förderbedarfen und Therapien, Unterstützung und Ermutigung, regelmäßige Hobbys zu pflegen, enge Anleitung und Beratung bei der Verrichtung von Hausarbeiten und Körperhygiene, sowie Training sozialer Kompetenzen durch einen lebhaften und positiv ausgerichteten Diskurs.
Die Kontaktpflege zur Ursprungsfamilie, Freunden und Bekannten findet entsprechend der Absprache mit dem Jugendamt statt.
Die Pädagogin der Betreuungsstelle orientiert sich an den Bedürfnissen der einzelnen Jugendlichen. Durch das individuelle Eingehen auf den jeweiligen Jugendlichen werden alltägliche Pflichten wie Schulbesuch und das Hineinwachsen in die „erwachsene“ Gesellschaft als weniger bedrohlich erlebt. Neben dieser empathischen Komponente in der Erziehung und balancierend zwischen Nähe und Distanz können immer neue Aushandlungsprozesse angeboten werden und mit den Jugendlichen Konfliktbewältigungsstrategien entwickelt werden.

Infrastruktur, räumliche Gegebenheiten, Freizeitmöglichkeiten

Gernrode gehört zu Sachsen-Anhalt und ist ein Ortsteil von Quedlinburg (Ost-Harz). Die unmittelbare Umgebung ist gekennzeichnet durch Wälder, Täler, weite Wiesen und Felder und die Nähe zur Weltkulturerbe-Stadt Quedlinburg.
Alle Schulformen, Berufsvorbereitungs- oder Fördereinrichtung sowie medizinische Betreuung sind hier schnell und unkompliziert zu erreichen.
Die Betreuungsstelle befindet sich in einem stillgelegten, denkmalgeschützten Bahnhof, der sich über zwei Etagen erstreckt. Aktuell steht eine Wohnfläche von 170 qm zur Verfügung, wobei für Jugendliche jeweils ein großes Zimmer und ein Badezimmer zur Verfügung stehen. Das ganze Areal hat eine Grundstücksfläche von 3.300 qm.
Die Gegend zeichnet sich aus durch Kultur- und Freizeitangebote jeglicher Art (siehe www.ausflugsziele-harz.de). Eine alte Dampfeisenbahn fährt täglich in Richtung Brocken.

Grundsätzliches

  • der alters- und entwicklungsgemäße Einbezug von Kindern und Jugendlichen am Hilfeprozess
  • die Kooperation mit Sorgeberechtigten, Herkunftsfamilie und weiteren wichtigen Bezugspersonen, sowie mit dem zuständigen Jugendamt
  • ein kontinuierliches und transparentes Beschwerdemanagement und die Umsetzung der Richtlinien zur Sicherstellung des Kindeswohls

sind handlungsleitend für die Arbeit mit den uns anvertrauten Kindern und Jugendlichen und werden entsprechend der Leistungsbeschreibung von Quo Vadis in der Betreuungsstelle umgesetzt. Die Leistungsbeschreibung kann im Internet abgerufen werden oder wird auf Anfrage zugesandt.

Stand April 2018